Spatz und Taube – eine Frage der Entscheidung

Veröffentlicht am 3. April 2026 um 16:09

Die Gedanken zur Statistik ließen mich nicht ganz los. Denn sie führen unweigerlich zu einer anderen Frage:
Nicht, was wahrscheinlich ist – sondern, was ich wähle.

Dabei kam mir ein alter Spruch in den Sinn:
Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.

Der Spatz ist sicher. Ich habe ihn. Ich kann ihn greifen. Ich weiß, was ich bekomme. Aber er ist klein. Er reicht vielleicht nicht für das, was ich mir eigentlich wünsche.

Die Taube auf dem Dach ist anders. Sie ist größer. Vielleicht genau das, was ich suche. Aber sie ist nicht greifbar. Die Wahrscheinlichkeit, sie zu fangen, ist gering.

Wenn man es statistisch betrachtet, ist die Entscheidung eindeutig. Der Spatz ist vernünftig. Die Taube ist riskant.

Und doch beschreibt das nur einen Teil der Wirklichkeit. Denn die eigentliche Frage ist nicht, was wahrscheinlicher ist. Sondern, was ich bereit bin zu versuchen.

Für mich geht es im Leben nicht nur darum, das zu wählen, was erreichbar ist. Sondern auch darum, dem nachzugehen, was sich stimmig anfühlt.

Der Spatz gibt Sicherheit. Die Taube eröffnet Möglichkeit. Dazu gehört aber die Bereitschaft, auch einmal mit leeren Händen weiterzugehen.

Dann ist es am Ende nicht entscheidend, ob ich die Taube fange. Sondern, ob ich es wenigstens versucht habe.

Und vielleicht treffe ich auf dem Dach auf andere Möglichkeiten, selbst wenn ich die Taube nicht erreiche.

Bewertung: 0 Sterne
0 Stimmen

Kommentar hinzufügen

Kommentare

Es gibt noch keine Kommentare.

Erstelle deine eigene Website mit Webador