Es gibt Sätze, die in ihrer Nüchternheit mehr Gewalt tragen als jedes laute Wort. „Im Fall eines Krieges müssten geschätzt 1000 getötete oder verwundete Soldaten pro Tag ersetzt werden.“ So stand es da, in einem Nachrichtenartikel Ende Oktober 2025, sachlich, funktional, fast steril und doch ist es eine Sprache, die tötet, bevor ein Schuss fällt. Denn wo von Ersetzung gesprochen wird, ist der Mensch bereits aus dem Denken verschwunden. Das Individuum, das liebt, das zweifelt, das hofft und zugleich geliebt wird, vermisst wird, betrauert wird, ist ausgelöscht. Es bleibt nur die Hülle, die Funktion. Das Wort „ersetzt“ löscht das Ich ebenso wie das Du, denn es nimmt dem Menschen nicht nur seine Würde, sondern auch seine Beziehung zur Welt. Die Sprache der Ersetzbarkeit vernichtet das Zwischenmenschliche, bevor sie den Körper vernichtet.
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Es ist so ein tiefer Genuss für mich, deine Beiträge zu lesen und zu fühlen 😘